Beihilfe in der Privatklinik: Was Bund und Länder erstatten.
Die Beihilfe erstattet die Behandlung in einer Privatklinik nur bis zu einem Höchstbetrag. Er richtet sich nach den Entgelten zugelassener Krankenhäuser. Der Bund rechnet in der Psychosomatik mit einem Basisentgeltwert von 370 Euro. Liegt die Rechnung der Klinik darüber, ist die Differenz nicht beihilfefähig.
Von Noah Velte, Gründer und Geschäftsführer der Healthflow Group · Stand: 29. September 2026 · Lesezeit rund 5 Minuten
Gut die Hälfte der Privatversicherten hat Anspruch auf Beihilfe, Ende 2024 waren es 4,66 Millionen Menschen [1]. Für eine Privatklinik sind Beamte, Pensionäre und ihre Angehörigen deshalb eine wichtige Gruppe. Ihre erste Frage: Was zahlt meine Beihilfe?
Diese Seite zeigt, wie der Bund und drei große Länder rechnen. Sie ersetzt keine Auskunft der Beihilfestelle und ist keine Rechtsberatung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Beihilfe erstattet Behandlungen in Privatkliniken nur bis zu einem Höchstbetrag. Er richtet sich nach zugelassenen Krankenhäusern.
- Der Bund rechnet in Psychiatrie und Psychosomatik mit einem Basisentgeltwert von 370 Euro.
- Bayern begrenzt dort auf 324,63 Euro je Tag für Erwachsene. Nordrhein-Westfalen vergleicht mit der nächstgelegenen Universitätsklinik.
- Der Bemessungssatz des Bundes liegt bei 50, 70 oder 80 %.
- Beim Bund können Patienten die Kosten vor der Aufnahme prüfen lassen.
Zahlt die Beihilfe die Behandlung in einer Privatklinik?
Ja, aber nur bis zu einem Höchstbetrag. Das Bundesverwaltungsamt schreibt, die Aufwendungen seien nicht uneingeschränkt bis zum Rechnungsbetrag beihilfefähig [2]. Die Beihilfestelle vergleicht mit den Kosten eines zugelassenen Krankenhauses [2].
Als Privatklinik gilt dabei ein Krankenhaus ohne Zulassung nach § 108 SGB V. Es ist in seinen Preisen frei. Die Beihilfe ist es nicht.
Wie rechnet die Beihilfe des Bundes?
Der Bund rechnet nach § 26a der Bundesbeihilfeverordnung [3]. Bei Behandlungen, die zugelassene Häuser mit Fallpauschalen abrechnen, gilt die Fallpauschale mit dem einheitlichen Basisfallwert als Obergrenze. In Psychiatrie und Psychosomatik gilt das Entgelt nach dem Katalog mit einem Basisentgeltwert von 370 Euro [3].
Für die Unterkunft als Wahlleistung erkennt der Bund täglich bis zu 1,3 % der oberen Grenze des Basisfallwertkorridors an [3]. Bei einem Notfall im nächstgelegenen Krankenhaus gelten die Grenzen nicht [3].
Vom anerkannten Betrag zahlt die Beihilfe einen Anteil, den Bemessungssatz [4].
Vor der Aufnahme kann der Patient bei seiner Festsetzungsstelle eine Übersicht der erwarteten Kosten einreichen und prüfen lassen [3].
Was gilt in den Ländern?
Jedes Land hat eigene Vorschriften, und sie unterscheiden sich deutlich [8]. Bayern nennt feste Tagessätze, Nordrhein-Westfalen vergleicht mit der nächstgelegenen Universitätsklinik. Baden-Württemberg rechnet ähnlich wie der Bund.
| Dienstherr | Bei Fallpauschalen | In Psychiatrie und Psychosomatik | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Bund [3] | Fallpauschale mit dem einheitlichen Basisfallwert | Entgelt nach dem Katalog mit einem Basisentgeltwert von 370 € | Kostenübersicht kann vor der Aufnahme geprüft werden |
| Bayern [5] | Fallpauschale mit dem Bundesbasisfallwert | Pflegesatz bis 324,63 € je Tag für Erwachsene, bis 462,80 € für Minderjährige | Unterkunft als Wahlleistung bis 1,5 % der oberen Korridorgrenze |
| Nordrhein-Westfalen [6] | Kosten der nächstgelegenen Universitätsklinik | Kosten der nächstgelegenen Universitätsklinik | Abzug von 25 € je Tag für höchstens 20 Tage im Jahr |
| Baden-Württemberg [7] | Fallpauschale mit der oberen Grenze des Basisfallwertkorridors | Entgelt nach dem Katalog mit pauschalem Basisentgeltwert, 2023 waren es 308 € | Ärztliche Bescheinigung nötig, Voranerkennung ab 30 Tagen |
Die Beträge ändern sich. Für Baden-Württemberg nennt das Merkblatt den Wert für 2023 [7]. Fragen Sie für andere Länder die zuständige Beihilfestelle, eine Übersicht der Vorschriften steht im Quellenverzeichnis [8].
Wie hoch ist der Eigenanteil in einem Beispiel?
Ein Beispiel aus dem Merkblatt für Baden-Württemberg: Ein Patient wird 30 Tage in der Psychosomatik behandelt. Beihilfefähig sind 30 Tage mal 0,9090 mal 308 Euro, also 8.399,16 Euro [7].
Nehmen wir an, die Klinik berechnet 350 Euro am Tag. Dann lautet die Rechnung über 10.500 Euro. Die Beihilfe erkennt davon 2.100,84 Euro nicht an.
Bei einem Bemessungssatz von 50 % zahlt die Beihilfe im Beispiel 4.199,58 Euro. Was die private Versicherung übernimmt, hängt vom Tarif ab.
Was zahlt die private Krankenversicherung?
Sie zahlt ihren Anteil nach Tarif. Bei manchen Häusern braucht der Patient aber vorher eine Zusage. Führt eine Klinik neben der Krankenhausbehandlung auch Kuren oder Sanatoriumsbehandlungen durch, gilt sie als gemischte Krankenanstalt [9].
Dann muss der Versicherer vor Beginn der Behandlung schriftlich zusagen. Nur mit dieser Zusage ist er zur Erstattung verpflichtet [9]. Notfälle sind ausgenommen [9].
Was kann Ihre Klinik für Beihilfepatienten tun?
Sie kann dem Patienten die Klärung abnehmen, soweit es geht. Die Entscheidung trifft die Beihilfestelle. Je vollständiger Ihre Unterlagen sind, desto schneller hat der Patient eine Antwort.
- Einen Kostenvoranschlag mit Diagnose, geplanter Dauer und Tagessatz ausstellen.
- Den Patienten bitten, die Übersicht vor der Aufnahme bei seiner Beihilfestelle einzureichen.
- Bei einer gemischten Krankenanstalt an die schriftliche Zusage der Versicherung erinnern.
- Einen möglichen Eigenanteil offen nennen, bevor der Patient anreist.
- Einen Ansprechpartner mit Namen und Telefonnummer nennen.
- Keine volle Erstattung versprechen, auch nicht in der Werbung.
Wie Sie Beihilfeberechtigte erreichen, steht im Leitfaden Privatpatienten gewinnen.
Häufige Fragen
Zahlt die Beihilfe die Behandlung in einer Privatklinik?
Ja, aber nur bis zu einem Höchstbetrag. Er richtet sich nach den Kosten, die in einem zugelassenen Krankenhaus entstanden wären. Die Beihilfestelle stellt dazu einen Kostenvergleich an. Liegt die Rechnung der Privatklinik darüber, ist die Differenz nicht beihilfefähig.
Wie hoch ist der Eigenanteil in der Privatklinik?
Das hängt vom Tagessatz der Klinik, vom Höchstbetrag der Beihilfe und vom Tarif der privaten Versicherung ab. Im Rechenbeispiel dieser Seite erkennt die Beihilfe 2.100,84 Euro einer Rechnung über 10.500 Euro nicht an. Das ist ein Beispiel und keine Auskunft für den Einzelfall.
Muss die Beihilfe die Behandlung vorher genehmigen?
Das regelt jeder Dienstherr anders. Beim Bund kann der Patient vor der Aufnahme eine Kostenübersicht prüfen lassen. In Nordrhein-Westfalen ist eine vorherige Kostenzusage nicht erforderlich. In Baden-Württemberg ist eine Voranerkennung ab einer Behandlungsdauer von 30 Tagen nötig.
Quellen
Alle Quellen wurden am 29. September 2026 abgerufen und geprüft. Rechenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose für ein einzelnes Haus.
- PKV in Zahlen 2024, Zahlenbericht. Verband der Privaten Krankenversicherung, 2026, Berichtsjahr 2024. pkv.de
- Beihilfefähigkeit von Behandlungen in Privatkliniken. Bundesverwaltungsamt, abgerufen 2026. bva.bund.de
- Bundesbeihilfeverordnung, § 26a Behandlung in nicht zugelassenen Krankenhäusern. Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet, abgerufen 2026. gesetze-im-internet.de
- Bundesbeihilfeverordnung, § 46 Bemessung der Beihilfe. Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet, abgerufen 2026. gesetze-im-internet.de
- Bayerische Beihilfeverordnung, § 28 Krankenhausleistungen. Bayerische Staatskanzlei, Bayern.Recht, Text gilt ab 01.09.2026. gesetze-bayern.de
- Merkblatt Krankenhaus und Privatklinik. Bezirksregierung Arnsberg, abgerufen 2026. bra.nrw.de
- Merkblatt Beihilfe: Stationäre Behandlung in einer Privatklinik. Kommunaler Versorgungsverband Baden-Württemberg, 10.04.2025. kvbw.de
- Beihilfevorschriften in Bund und Ländern. INFO-SERVICE Öffentlicher Dienst/Beamte, abgerufen 2026. die-beihilfe.de
- Was sollten Sie bei Gemischten Krankenanstalten beachten? Verband der Privaten Krankenversicherung, PKV-Serviceportal, abgerufen 2026. privat-patienten.de

Noah Velte begleitet mit Healthflow Media Privat-, Reha- und Fachkliniken bei Patientengewinnung und Recruiting. Er ist kein Jurist, diese Seite ist ein Überblick mit Quellen. Zum Profil
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