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GKV-Spargesetz 2027: So fangen Praxen und Kliniken den Ausfall mit Selbstzahlern auf.

Das GKV-Spargesetz kostet Praxen ab 2027 laut Zi-Berechnung zum Kabinettsentwurf im Schnitt rund 24.000 Euro im Jahr. Kliniken, Reha und Pflegedienste bekommen weniger Zuwachs. Auffangen lässt sich das mit wenigen Selbstzahlerleistungen mit hohem Ticket. Hier steht, wie Sie Ihren Ausfall rechnen und die passenden Patienten gewinnen.

Von Noah Velte, Gründer und Geschäftsführer der Healthflow Group · Stand: 6. November 2026 · Lesezeit rund 9 Minuten

Ein Fußchirurg, selbstständig in einem Ärztezentrum, sagte mir im Gespräch sinngemäß: Ab 2027 zahlen die Kassen weniger. Ich muss mehr Selbstzahlerleistungen verkaufen.

Eine Kieferorthopädin sagte mir unabhängig davon fast denselben Satz.

Beide haben recht. Das GKV-Spargesetz nimmt Praxen, Kliniken, Reha und Pflegediensten ab 2027 Geld. Den Ausfall können Sie nicht verhandeln. Sie können ihn aber auffangen, mit Patienten, die selbst zahlen.

Hier steht, was 2027 je Bereich wegfällt, wie Sie Ihren Ausfall ausrechnen und welche Selbstzahlerleistungen ihn tragen. Das Gesetz selbst erkläre ich nicht. Dafür sind Ihre KV, Ihr Verband und Ihr Steuerberater da. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das GKV-Spargesetz heißt offiziell GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es gilt seit dem 30. Juli 2026, die meisten Regelungen greifen ab dem 1. Januar 2027.
  • Die KBV rechnet für die Praxen mit rund 3 Milliarden Euro weniger im Jahr 2027 und rund 5 Milliarden Euro jährlich ab 2030.
  • Laut Zi-Berechnung zum Kabinettsentwurf sind das rund 24.000 Euro je Praxis. Je Arzt reicht die Spanne von 7.832 Euro in der Gynäkologie bis 67.728 Euro in der Radiologie.
  • In Kliniken, Reha und häuslicher Krankenpflege steigen die Vergütungen 2027 bis 2029 höchstens um die Grundlohnrate minus einen Prozentpunkt.
  • Den Ausfall fangen wenige Selbstzahlerleistungen mit hohem Ticket auf. Im Rechenbeispiel reichen vier im Monat.

Was ändert das GKV-Spargesetz 2027 für Praxen?

Praxen bekommen ab 2027 weniger Geld für dieselbe Arbeit. Die KBV rechnet mit rund 3 Milliarden Euro weniger im Jahr 2027 und rund 5 Milliarden Euro jährlich ab 2030 [1]. Das entspricht laut KBV über 46 Millionen Behandlungsfällen, die nicht mehr finanziert sind [1].

Der größte Posten ist die TSVG-Vergütung. Das Extrageld für schnelle Termine und offene Sprechstunden entfällt ab dem 1. Januar 2027. Das allein sind laut KBV 1,64 Milliarden Euro im Jahr [1].

Ambulante Operationen, Früherkennung und Psychotherapie werden nicht mehr extrabudgetär bezahlt, sondern mengenbegrenzt [1]. Wer mehr operiert, bekommt dafür nicht mehr automatisch mehr Geld. Für den Fußchirurgen ist das der Kern seiner Sorge.

Dazu kommen kleinere Posten. Hygienezuschläge, die Befüllung der ePA, Zuschläge für Kurzzeittherapie und die Beratung zur Organspende werden gestrichen [1]. Ab dem 1. Juli 2027 sinkt in bestimmten Fächern der technische Leistungsanteil im EBM, ebenso die Bewertung der Katarakt-OP [1]. Und von 2027 bis 2029 steigt die Vergütung jedes Jahr einen Prozentpunkt weniger als die Grundlohnrate [1].

Die Rechnungen von KBV und Zi gelten für Ärzte. Bei Zahnarztpraxen setzt das Gesetz beim Patienten an. Der Festzuschuss der Kasse zum Zahnersatz sinkt ab 2027 von 60 auf 50 Prozent der Regelversorgung. Mit lückenlosem Bonusheft sinkt er von 70 auf 60 und von 75 auf 65 Prozent [7]. Patienten zahlen also mehr selbst und vergleichen genauer. Gewinnen wird die Praxis, die ihre Leistung am besten erklärt.

Was ändert sich 2027 für Kliniken?

Kliniken verlieren vor allem Zuwachs. Die Meistbegünstigungsklausel fällt weg [5]. Der Zuwachs von Landesbasisfallwert und Pflegebudget ist künftig auf den niedrigeren Wert aus Kostenentwicklung und Grundlohnrate begrenzt. Von 2027 bis 2029 kommt ein Abschlag von einem Prozentpunkt dazu [5][6].

Beim Pflegebudget gilt 2027 die Basis von 2026 [5]. Überschreitet ein Haus das Budget, trägt es das Risiko selbst [6]. Pflegeentlastende Maßnahmen werden nur noch anteilig refinanziert [5].

Was ein Prozentpunkt bedeutet, rechnen Sie schnell aus. Hängen in Ihrem Haus 20 Millionen Euro Erlös am Landesbasisfallwert, sind das rund 200.000 Euro im Jahr. Weil jedes Jahr auf dem Vorjahr aufbaut, wächst die Lücke bis 2029. Das Beispiel ist frei gewählt und keine Prognose für Ihr Haus.

Einen Hebel gibt es, der nicht am Deckel hängt: Leistungen, die nicht über die Kasse laufen. Das sind Wahlleistungen, Check-ups und Pakete für Selbstzahler. Wie Sie dafür Patienten gewinnen, steht im Leitfaden Privatpatienten gewinnen. Was freie Betten kosten, zeigt der Leitfaden Auslastung der Klinik erhöhen.

Was ändert sich für Reha, Heilmittel und häusliche Pflege?

Reha-Einrichtungen und die häusliche Krankenpflege bekommen höchstens so viel mehr, wie die Grundlohnrate steigt. Von 2027 bis 2029 liegt die Grenze einen Prozentpunkt darunter [4].

Gleichzeitig zahlen die Patienten mehr dazu. Ab dem 1. Januar 2027 kostet die stationäre Reha 15 Euro Zuzahlung je Tag statt 10 Euro [4][7]. Bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege sind es 10 % der Kosten plus 15 Euro je Verordnung, bisher 10 Euro [7].

Die Zuzahlung für die stationäre Reha steigt um die Hälfte.Zuzahlung gesetzlich Versicherter für stationäre Vorsorge und Reha
10 €Zuzahlung je Tag bis Ende 2026
15 €Zuzahlung je Tag ab 1. Januar 2027
Quelle: Techniker Krankenkasse [7], Der Paritätische [4] · Darstellung: Healthflow Group

Das hat eine zweite Seite. Die Kassenleistung wird für den Patienten teurer. Der Abstand zu einem Angebot, das er ganz selbst bezahlt, wird damit etwas kleiner. Das gilt für die Reha mit Selbstzahler-Paket genauso wie für den Pflegedienst, der Betreuung privat anbietet.

Pflegedienste brauchen für mehr Selbstzahler auch mehr Personal. Auch dafür bauen wir Kampagnen, siehe Recruiting.

Was sich 2027 ändert, nach Bereich
BereichWas sich ändertAb wannQuelle
PraxenTSVG-Vergütung für schnelle Termine und offene Sprechstunde entfällt, laut KBV minus 1,64 Mrd. € im Jahr1. Januar 2027[1]
PraxenAmbulante Operationen, Früherkennung und Psychotherapie nicht mehr extrabudgetär, sondern mengenbegrenzt1. Januar 2027[1]
PraxenVergütung steigt 1 Prozentpunkt weniger als die Grundlohnrate2027 bis 2029[1]
KlinikenZuwachs von Landesbasisfallwert und Pflegebudget gedeckelt, zusätzlich minus 1 Prozentpunkt2027 bis 2029[5][6]
KlinikenPflegebudget auf Basis von 2026, Überschreitung trägt das Haus2027[5][6]
Reha und häusliche KrankenpflegeVergütung steigt höchstens mit der Grundlohnrate, minus 1 Prozentpunkt2027 bis 2029[4]
Patienten beim ZahnersatzFestzuschuss der Kasse sinkt von 60 auf 50 % der Regelversorgung, mit Bonusheft von 70/75 auf 60/65 %2027[7]
Patienten in Heilmitteln und häuslicher KrankenpflegeZuzahlung 10 % plus 15 € je Verordnung, bisher 10 €1. Januar 2027[7]

Wie viel verliert Ihre Praxis 2027?

Laut Zi-Berechnung zum Kabinettsentwurf sinkt die Gesamtvergütung der Praxen 2027 um rund 2,64 Milliarden Euro. 2,41 Milliarden Euro davon gehen direkt bei den Leistungen ab [2]. Das sind rund 5 % weniger als 2025, im Schnitt rund 24.000 Euro je Praxis [2].

Je nach Fach liegen die Werte weit auseinander. Das Zi rechnet je Arzt in Vollzeit.

Radiologen verlieren je Arzt fast neunmal so viel wie Gynäkologen.Weniger Vergütung 2027 je Arzt in Vollzeit, Auswahl von Fachgruppen, in Euro
Radiologie
67.728 €
HNO
44.175 €
Innere Medizin
31.486 €
Nuklearmedizin
29.194 €
Neurologie
25.825 €
Orthopädie
22.841 €
Chirurgie
18.777 €
Haut
17.491 €
Urologie
14.667 €
Augen
7.997 €
Gynäkologie
7.832 €
Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, Berechnung zum Kabinettsentwurf, April 2026 [2] · Darstellung: Healthflow GroupStand Kabinettsentwurf. Die Endfassung des Gesetzes kann abweichen.

Gemessen am Einkommen trifft es laut Zi die HNO-Ärzte am stärksten, mit über 20 %. Bei Neurologen sind es rund 13 %, bei Orthopäden rund 11 % [2]. Das sind Zahlen zum Entwurf. Die Endfassung kann abweichen.

Ihren eigenen Ausfall rechnen Sie in zwei Schritten. Erst den Betrag im Jahr: Wert für Ihr Fach mal Ärzte in Vollzeit. Dann die Frage, wie viele Selbstzahlerleistungen im Monat diesen Betrag decken.

Ein Beispiel. Für einen Orthopäden in Vollzeit rechnet das Zi mit 22.841 Euro weniger im Jahr [2]. Das sind rund 1.903 Euro im Monat. Nehmen wir eine Selbstzahlerleistung für 800 Euro, von der nach Material und Zeit 60 % bleiben. Das sind 480 Euro je Leistung. Vier solche Leistungen im Monat gleichen den Ausfall aus.

Rechner: Wie viele Selbstzahler gleichen Ihren Ausfall aus?Tragen Sie Ihre Werte ein. Vorbelegt ist das Beispiel aus dem Text, Orthopädie laut Zi-Berechnung zum Kabinettsentwurf.
Ausfall im Jahr22.841 €
Ausfall im Monat1.903 €
Deckungsbeitrag je Leistung480 €
=Zusätzliche Selbstzahlerleistungen im Monat4
Eigene Berechnung. Ihre Eingaben bleiben in Ihrem Browser. Keine Prognose für Ihre Praxis oder Ihr Haus.

Für Kliniken, Reha und Pflegedienste funktioniert der Rechner genauso. Tragen Sie Ihren erwarteten Ausfall im Jahr ein und lassen Sie die Zahl der Ärzte auf 1.

Welche Selbstzahlerleistungen gleichen den Ausfall aus?

Die mit hohem Ticket. Bei 1.903 Euro Ausfall im Monat und 50 Euro Deckungsbeitrag je Leistung bräuchten Sie 39 zusätzliche Patienten. Jeden Monat, und die Werbung dafür ist noch nicht bezahlt.

Es tragen Leistungen mit klarem Nutzen, für die Patienten ohnehin Geld ausgeben und die Sie mit vorhandenen Geräten, Räumen und Leuten erbringen. Diese sehe ich in Gesprächen am häufigsten.

Selbstzahlerleistungen mit hohem Ticket
LeistungFür wenWarum sie trägt
Check-up und VorsorgePraxen, Ärztezentren, PrivatklinikenFester Paketpreis, planbarer Termin, oft Folgetermine im Haus
MRT und weitere DiagnostikRadiologie, Zentren mit eigenen GerätenFreie Gerätezeit wird zu Umsatz, kurze Wartezeit ist das Argument
Ambulante Eingriffe für SelbstzahlerChirurgie, Orthopädie, Fußchirurgie, AugenHoher Betrag je Eingriff, Termin nach Wunsch des Patienten
Aligner und Kieferorthopädie für ErwachseneKieferorthopäden, ZahnärzteHoher Betrag je Fall, Behandlung über Monate
ÄsthetikDermatologie, plastische Chirurgie, ZahnärzteWiederkehrende Behandlungen, Nachfrage über soziale Netzwerke
Reha für SelbstzahlerReha- und FachklinikenFreie Betten werden zu Erlös, Pakete mit festem Preis
Private Pflege und BetreuungAmbulante PflegediensteMonatlich wiederkehrend, Angehörige entscheiden mit

Wählen Sie eine Leistung, nicht fünf. Die, bei der Sie freie Kapazität haben und die Sie Ihren Patienten guten Gewissens empfehlen. Wie Sie Selbstzahlerleistungen korrekt aufklären und abrechnen, klären Sie mit Ihrer Kammer oder Ihrer Abrechnungsstelle.

Wie gewinnen Praxen und Kliniken mehr Selbstzahler?

Mit einem klaren Angebot und einem kurzen Weg bis zum Termin. Ein Aushang im Wartezimmer erreicht nur die, die schon da sind. Die Patienten, die Sie zusätzlich brauchen, müssen Sie erst finden.

So gehen wir bei Healthflow vor. Wir bauen und betreiben die Kampagne, Sie behandeln.

Fünf Schritte führen von der Leistung bis zum gebuchten Termin.So gehen wir bei Healthflow vor, jeder Schritt baut auf dem davor auf
  1. PositionierungEine Leistung, eine Zielgruppe, eine Region
    gemeinsam
  2. AngebotInhalt, Preis und Wartezeit klar benannt
    Sie entscheiden
  3. KanäleVideo mit Ihnen als Arzt, Anzeigen bei Meta, Google ergänzend
    wir
  4. TerminstreckeWenige Fragen, Termin oder Rückruf in 24 Stunden
    wir und Ihr Team
  5. NachfassErinnerung per Mail und zweiter Anruf
    wir und Ihr Team
Quelle: eigene Darstellung

Positionierung. Eine Leistung, eine Zielgruppe, eine Region. „Check-up für Unternehmer in Ihrer Stadt“ funktioniert. „Wir bieten viele Selbstzahlerleistungen an“ funktioniert nicht.

Angebot. Was ist enthalten, was kostet es, wie schnell gibt es einen Termin? Wer selbst zahlt, will das vorher wissen. Nennen Sie einen Preis oder eine Spanne.

Kanäle. Wir drehen Videos mit Ihnen als Arzt und schalten sie als Anzeigen bei Meta. Google ergänzt, wo Menschen schon suchen. Die Anzeige führt auf eine eigene Seite für genau dieses Angebot, nicht auf Ihre Startseite.

Terminstrecke. Auf der Seite stehen wenige Fragen, die leichten zuerst. Wer passt, bucht direkt oder bekommt innerhalb von 24 Stunden einen Rückruf. Wer nicht passt, erfährt das, bevor Ihr Team Zeit investiert.

Nachfass. Viele buchen nicht beim ersten Kontakt. Eine Erinnerung per Mail und ein zweiter Anruf holen einen Teil davon zurück. Ohne Nachfass verschenken Sie Anfragen, für die Sie schon bezahlt haben.

Werbung für medizinische Leistungen hat Grenzen, etwa durch das Heilmittelwerbegesetz. Wir texten sachlich und versprechen keine Ergebnisse. Was dabei gilt, steht kurz im Leitfaden Privatpatienten gewinnen. Wie wir Kampagnen umsetzen, steht auf der Seite Patientengewinnung.

Wie das für Ihren Bereich aussieht, steht auf unseren Seiten für Praxen und Ärztezentren, private Reha-Kliniken und ambulante Pflegedienste.

Für wen lohnt sich das nicht?

Nicht für jede Praxis. Ich sage das lieber vorher als nach drei Monaten Werbebudget.

  • Sie haben keine Selbstzahlerleistung mit hohem Ticket und wollen auch keine aufbauen.
  • Ihr Terminbuch ist voll. Dann fehlen Ihnen keine Patienten, sondern Zeit.
  • Niemand in Ihrem Team ruft neue Anfragen innerhalb von 24 Stunden zurück.
  • Sie würden die Leistung Ihren eigenen Patienten nicht empfehlen. Dann lassen Sie es.

Eine reine Kassenpraxis ohne Selbstzahlerangebot mit hohem Ticket fängt den Ausfall mit Werbung nicht auf. Für sie sind Abläufe und Abrechnung der bessere Hebel. Das hört niemand gern, aber es spart Ihnen Geld.

Häufige Fragen

Was ist das GKV-Spargesetz?

So heißt umgangssprachlich das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Der Bundestag hat es am 10. Juli 2026 beschlossen, der Bundesrat hat es am selben Tag gebilligt. Es gilt seit dem 30. Juli 2026, die meisten Regelungen greifen ab dem 1. Januar 2027.

Wie viel verliert eine Arztpraxis durch das GKV-Spargesetz?

Laut Zi-Berechnung zum Kabinettsentwurf rund 24.000 Euro je Praxis im Jahr 2027, das sind rund 5 % weniger als 2025. Je Arzt in Vollzeit reicht die Spanne von 7.832 Euro in der Gynäkologie bis 67.728 Euro in der Radiologie. Die Endfassung des Gesetzes kann abweichen.

Wie viele Selbstzahler braucht eine Praxis, um den Ausfall auszugleichen?

Das hängt vom Ausfall und vom Deckungsbeitrag je Leistung ab. Im Rechenbeispiel dieser Seite verliert ein Orthopäde 22.841 Euro im Jahr. Bei einer Leistung für 800 Euro, von der 60 % bleiben, reichen vier zusätzliche Selbstzahler im Monat.

Welche Selbstzahlerleistungen lohnen sich für Praxen?

Leistungen mit hohem Ticket, für die Sie freie Kapazität haben. Das sind etwa Check-ups, MRT und weitere Diagnostik, ambulante Eingriffe, Aligner für Erwachsene und Ästhetik. Mit Leistungen für 50 Euro lässt sich ein Ausfall von mehreren tausend Euro kaum auffangen.

Was ändert sich 2027 für Reha und Pflegedienste?

Die Vergütung von Reha und häuslicher Krankenpflege steigt von 2027 bis 2029 höchstens mit der Grundlohnrate minus einen Prozentpunkt. Gleichzeitig steigen die Zuzahlungen: 15 statt 10 Euro je Tag in der stationären Reha, bei häuslicher Krankenpflege 10 % plus 15 Euro je Verordnung.

Lohnt sich Werbung für Selbstzahlerleistungen für jede Praxis?

Nein. Ohne eine Leistung mit hohem Ticket, ohne freie Termine und ohne schnellen Rückruf trägt die Rechnung nicht. Eine reine Kassenpraxis ohne Selbstzahlerangebot fängt den Ausfall mit Werbung nicht auf.

Quellen

Alle Quellen wurden am 6. November 2026 abgerufen und geprüft. Rechenbeispiele dienen der Veranschaulichung und sind keine Prognose für ein einzelnes Haus.

  1. GKV-Spargesetz: Folgen für die Praxen und Sparliste. Kassenärztliche Bundesvereinigung, Stand 12.10.2026. kbv.de
  2. Grafik des Monats 04/2026 zum GKV-Spargesetz. Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung, April 2026, Berechnung zum Kabinettsentwurf. zi.de
  3. Bundestag beschließt GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Bundesministerium für Gesundheit, Pressemitteilung vom 10.07.2026 mit Nachtrag zum Bundesrat. bundesgesundheitsministerium.de
  4. GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verabschiedet: Wirkungen ausgewählter Regelungen. Der Paritätische Gesamtverband, Fachinfo vom 13.07.2026. der-paritaetische.de
  5. GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen. krp consult, Blogbeitrag, letztes Update 08.09.2026. krp-consult.de
  6. Pflegebudget bleibt, der Selbstkostenausgleich nicht: Was die GKV-Finanzreform für Krankenhäuser bedeutet. Rödl & Partner, 15.07.2026. roedl.com
  7. Gesundheitsreform 2026/2027: die Änderungen im Überblick. Techniker Krankenkasse, Stand 02.11.2026. tk.de
Noah Velte
Noah VelteGründer und Geschäftsführer der Healthflow Group

Noah Velte baut mit Healthflow Media Kampagnen für Patientengewinnung und Recruiting. Er ist weder Jurist noch Steuerberater, diese Seite ist ein Überblick mit Quellen. Zum Profil

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